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Lagerkosten berechnen: So wichtig sind sie für Unternehmen

26 Januar 2021/Know-how

Jedes Unternehmen, das Waren herstellt, muss irgendwann Lagerkosten berechnen. Rohstoffe, Hilfsstoffe, Ersatzteile und Maschinen müssen dauerhaft irgendwo liegen. Mit wachsendem Geschäft wird ein sicherer Lagerort zur Pflicht. Das kostet natürlich Geld. Aber wie berechnen Sie Ihre Lagerkosten genau? Diese Frage ist schwerer, als sie klingt.

Bei Apiando wissen wir: Genaue Zahlen sind die Basis für gute Logistik. Hier finden Sie das Wichtigste, um Ihre Lagerkosten zu berechnen und im Griff zu haben.

Was genau sind Lagerkosten?

Bevor Sie Lagerkosten berechnen, klären Sie erst den Begriff. Lagerkosten sind alle Ausgaben für die Lagerung von Rohstoffen, Hilfsstoffen, Ersatzteilen und fertigen Waren. In der Praxis nutzt man oft die Wörter Lagerkosten und Einlagerungskosten gleich. Beide meinen dasselbe.

Sobald Sie Waren lagern, entstehen Kosten. Dazu zählen Miete, Strom und Löhne. Eine genaue Berechnung der Lagerkosten gibt Ihnen den Überblick. Sie schützt Ihr Unternehmen vor bösen Überraschungen. Tipp: Erfassen Sie diese Zahlen früh. So sehen Sie Schwankungen schnell und passen Ihr Budget rechtzeitig an.

So werden Lagerkosten unterteilt

Für eine genaue Rechnung teilen Sie Ihre Kosten in zwei Gruppen: fixe und variable Lagerkosten. Beide zusammen sind Ihre gesamten Kosten fürs Lager.

Fixe Kosten fallen regelmäßig an. Sie schwanken kaum. Dazu zählen Miete, Pacht, Grundsteuer, Abschreibung, Wartung und die Gebäudeversicherung. Auch Zinsen für das gebundene Kapital gehören dazu. Ebenso zählen Löhne dazu, plus Sozialabgaben und Verwaltung.

Variable Kosten hängen von äußeren Faktoren ab. Sie schwanken je nach Lage. Dazu zählen Strom, Wasser, interne Transporte und Gebühren für ein fremdes Lager. Auch Schwund, Verschleiß und Schäden zählen dazu.

Die Lagerkosten-Formel und die Rechenschritte

Viele Unternehmer sind von der Zahl der Posten überfordert. Nutzen Sie deshalb den Lagerkostensatz. Er setzt Ihre Kosten ins Verhältnis zum Lagerwert. So sehen Sie Abweichungen sofort. Und Sie nutzen Ihren Platz besser.

Die Formel lautet:

Lagerkostensatz = Lagerkosten ÷ durchschnittlicher Lagerwert × 100

Lagerkostensatz berechnen: 4 einfache Schritte

Lagerkosten ermitteln: Addieren Sie alle fixen und variablen Kosten der Periode.

Lagerwert berechnen: Addieren Sie den Wert zu Jahresbeginn und den zu Jahresende. Teilen Sie die Summe durch zwei.

Teilen: Teilen Sie Ihre Lagerkosten durch den Lagerwert.

Multiplizieren: Multiplizieren Sie das Ergebnis mit 100.

Beispiel: Berechnung des Lagerkostensatzes

Ein Beispiel mit echten Zahlen:

  • Lagerkosten: 60.000 €
  • Wert zu Jahresbeginn: 550.000 €
  • Wert zu Jahresende: 300.000 €
  • Durchschnittlicher Lagerwert: (550.000 + 300.000) ÷ 2 = 425.000 €

Jetzt der letzte Schritt:

Rechnung: 60.000 ÷ 425.000 × 100

Lagerkostensatz: rund 14,12 Prozent

Anders gesagt: Für jeden Euro Lagerwert zahlt dieses Unternehmen etwa 14 Cent fürs Lager. Vergleichen Sie diesen Wert mit Ihren eigenen Zahlen, oder mit den Werten weiter unten.

Was ist ein guter Lagerkostensatz?

Ein Lagerkostensatz allein sagt noch wenig aus. 14 Prozent können für den einen gut sein und für den anderen ein Warnsignal. Das hängt von der Branche, der Ware und der Rechenart ab. Studien aus der Branche nennen oft eine Spanne von 20 bis 30 Prozent des Lagerwerts pro Jahr als Richtwert. Gute Betriebe liegen oft näher bei 10 bis 15 Prozent (Eightx, 2025). Hinweis: Diese Studien messen oft eine breitere Rate, die auch die Kosten fürs gebundene Kapital mitzählt. Sehen Sie die Zahlen also als groben Richtwert, nicht als festes Ziel für die Formel oben.

Besser ist es, Ihren eigenen Satz über die Zeit zu beobachten. Steigt er stetig, auch innerhalb der normalen Spanne, ist das ein Warnsignal. Vielleicht steigt die Miete. Vielleicht dreht sich Ihr Lager langsamer. Oder die Effizienz sinkt. Das lohnt sich zu prüfen, bevor daraus ein großes Problem wird.

So senken Sie Ihren Lagerkostensatz

Die Formel setzt Ihre Kosten ins Verhältnis zum Lagerwert. Sie haben also zwei Hebel:

  • Ladenhüter abbauen. Alte Ware treibt Ihren Lagerwert nach oben, ohne Umsatz zu bringen. Weniger Ladenhüter senken den Nenner direkt.
  • Lagerplatz besser nutzen. Schnelldreher an guten Plätzen sparen Platz und Zeit.
  • Leistung messen, nicht nur Kosten. Wer die Picks pro Stunde im Blick hat, senkt die Kosten pro Stück, auch wenn Löhne steigen. Personal ist meist der größte Posten im Lager.
  • Preismodell zur Ware passend wählen. Preise pro Palette, Kubikmeter oder Quadratmeter passen zu verschiedenen Waren. Das falsche Modell kostet schnell mehr.

Mehr Tipps zum Sparen finden Sie in unserem Beitrag 6 Tipps, wie Sie Ihre Lagerkosten senken.

Fazit: Wer seine Lagerhaltungskosten genau kennt, spart Geld

Eine regelmäßige, genaue Berechnung hilft Ihnen, Ihr Lager gut zu nutzen. Sie schafft Planungssicherheit und zeigt sofort, wo Sie sparen können. Suchen Sie Unterstützung für Ihr Lager? Entdecken Sie die Fulfillment-Lösungen von Apiando. Bereit, Ihre Kosten zu senken? Kontaktieren Sie unser Team.

Häufig gestellte Fragen

Wie berechnet man Lagerkosten? 

Sie addieren Ihre fixen und variablen Kosten. Dann ermitteln Sie den Lagerwert. Teilen Sie die Kosten durch diesen Wert und multiplizieren Sie das Ergebnis mit 100.

Wie lautet die Lagerkosten-Formel? 

Sie lautet: Lagerkostensatz = Lagerkosten ÷ durchschnittlicher Lagerwert × 100. Sie liefert eine klare Prozentzahl für Ihre Lager-Effizienz.

Wie berechnet man den Lagerkostensatz? 

Teilen Sie Ihre Lagerkosten durch den Lagerwert. Multiplizieren Sie das Ergebnis mit 100.

Was unterscheidet fixe von variablen Lagerkosten? 

Fixe Kosten bleiben stabil, zum Beispiel Miete, Versicherung und feste Löhne. Variable Kosten schwanken mit dem Lager, etwa Strom, interne Transporte und Schäden.

Wie ermittelt man den Lagerwert? 

Addieren Sie den Wert zu Jahresbeginn und zu Jahresende. Teilen Sie die Summe durch zwei.

INHALTSVERZEICHNIS
  1. Was genau sind Lagerkosten?
  2. So werden Lagerkosten unterteilt
  3. Die Lagerkosten-Formel und die Rechenschritte
  4. Beispiel: Berechnung des Lagerkostensatzes
  5. Was ist ein guter Lagerkostensatz?
  6. So senken Sie Ihren Lagerkostensatz
  7. Fazit: Wer seine Lagerhaltungskosten genau kennt, spart Geld
  8. Häufig gestellte Fragen
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